DJI AGRAS T100 – reale Flächenleistung. Wie viele Hektar pro Tag?

Der Hersteller prahlt mit beeindruckenden Zahlen – 100-Liter-Tank, 20 m/s Geschwindigkeit, Sprühbreite bis zu 13 Meter. Aber der Landwirt interessiert sich für eine konkrete Frage: Wie viele Hektar bewältigt diese Drohne tatsächlich pro Tag? In diesem Artikel berechnen wir das ehrlich – ohne Marketing-Schnörkel, dafür unter Berücksichtigung von Ausfallzeiten, Ladezeiten der Batterien und typischen Arbeitsbedingungen in der polnischen Landwirtschaft.

Beginnen wir mit den Herstellerangaben

DJI gibt für den AGRAS T100 eine Betriebsleistung von bis zu 12 Hektar pro Stunde bei Feldsprühanwendungen mit einer Ausbringmenge von 30 L/ha an. Zum Vergleich – der Vorgänger T50 erreichte 6 ha/h. Auf dem Papier ist der T100 doppelt so effizient.

Woher kommen diese Zahlen? Die Mathematik ist einfach: Eine Fluggeschwindigkeit von 20 m/s bei einer Arbeitsbreite von 10 m entspricht 200 m² pro Sekunde, also 72.000 m² pro Minute – ohne Berücksichtigung von Wendemanövern, Nachfüllungen und anderen Ausfallzeiten. Unter idealen Bedingungen, auf einem großen rechteckigen Feld, ohne Hindernisse und mit optimaler Flüssigkeitsmenge, nähert sich das Ergebnis tatsächlich diesen Werten an.

Das Problem ist, dass ideale Bedingungen auf dem polnischen Land selten vorkommen.

Reale Effizienz – was sagen Anwender vor Ort?

Betreiber, die mit dem T100 in Australien, Brasilien und den USA arbeiten, berichten durchweg von einer Leistung von 10–15 Hektar pro Stunde effektiver Flugzeit. Am nächsten an polnischen Bedingungen (große, aber unregelmäßige Felder, abwechslungsreiches Gelände) liegt der Bereich von 10–12 ha/h – nehmen wir dies als Ausgangspunkt.

Wichtiger Unterschied: Flugzeit vs. Betriebszeit Die effektive Flugzeit des T100 mit vollem 100-Liter-Tank beträgt ca. 6–8 Minuten. Hinzu kommt die Zeit zum Nachfüllen des Tanks (~2–3 Min.), zum Wechseln oder Laden der Batterie und eventuelle Kurskorrekturen. Ein realistischer Betriebszyklus beträgt 12–15 Minuten pro Tank.

Schritt-für-Schritt-Berechnung eines Arbeitstages

Grundannahmen

Parameter Wert
Flüssigkeitsmenge 30 L/ha (typische Fungizidspritzung)
Tankinhalt 100 L
Hektar pro Tank 100 L ÷ 30 L/ha = ~3,3 ha
Effektive Flugzeit ~7 Minuten (Tank von voll bis leer)
Zeit zum Nachfüllen des Tanks + Akkuwechsel ~5 Minuten (3 Akkus im Wechsel)
Betriebszyklus (Flug + Stillstand) ~12 Minuten
Zyklen pro Stunde 5 Zyklen
Hektar pro Stunde 5 × 3,3 = ~16,5 ha/h (opt.) / real ~10–12 ha/h

Woher kommt der Unterschied zwischen 16,5 und 10–12 ha/h? Wendemanöver an den Feldenden, Transferzeiten zwischen Parzellen, unregelmäßige Feldformen und kurzzeitige Stopps reduzieren die Effizienz unter typischen Bedingungen um 25–35 %. Auf großen, rechteckigen Feldern (100+ ha ohne Hindernisse) sind Werte nahe der oberen Grenze durchaus erreichbar.

Arbeitstag – 8 effektive Arbeitsstunden

Szenario Ha/h Ha pro Tag (8h)
Optimistisch (große, regelmäßige Felder, kein Wind) 14–15 ha/h 112–120 ha
Realistisch (typische polnische Bedingungen) 10–12 ha/h 80–96 ha
Konservativ (kleine Parzellen, abwechslungsreiches Gelände) 6–8 ha/h 48–64 ha
Praktische Schlussfolgerung Unter typischen polnischen Bedingungen kann eine DJI AGRAS T100 Drohne mit einem Bediener und einem Satz von 3 Batterien 80–100 Hektar pro Tag bei einer Ausbringmenge von 30 L/ha bearbeiten. Bei Ausbringmengen von 15–20 L/ha (z.B. Herbizide) steigt die Effizienz sogar auf 120–160 ha pro Tag.

Was beeinflusst die Effizienz am meisten?

1. Menge der Arbeitsflüssigkeit

Dies ist einer der wichtigsten Faktoren. Je geringer die Ausbringmenge – desto mehr Hektar aus einem Tank und desto kürzer die Flugzeit, aber mehr Nachfüllzyklen. Der T100 arbeitet am effektivsten im Bereich von 15–50 L/ha.

Dosis Ha pro Tank (100 L) Ungefähre Leistung
15 L/ha 6,7 ha ~15–18 ha/h
30 L/ha 3,3 ha ~10–12 ha/h
50 L/ha 2,0 ha ~6–8 ha/h
100 L/ha 1,0 ha ~3–4 ha/h

2. Form und Größe der Felder

Große, rechteckige Felder sind ein Paradies für Agrardrohnen – minimale Verluste beim Wenden, maximale Effizienz. Kleine, unregelmäßige Parzellen unter 5 ha reduzieren die Effizienz erheblich, da die Drohne viel Zeit mit Manövern an den Feldgrenzen verbringt. Der T100 eignet sich am besten für Parzellen über 20 ha.

3. Akku-Rotation

Drei DB2160-Akkus im Combo-Set sind das Minimum für einen kontinuierlichen Betrieb ohne Unterbrechungen. Mit dem Ladegerät C12000 (Ladezeit 8–9 Minuten von 30 % auf 95 %) bilden ein Ladegerät + drei Akkus eine flüssige Rotation: die Drohne arbeitet, zwei Akkus laden, Sie wechseln nach der Landung. Ein vierter Akku als Reserve eliminiert Wartezeiten vollständig.

4. Wetterbedingungen

Der T100 arbeitet stabil bei Windgeschwindigkeiten bis zu 6 m/s. Oberhalb dieser Grenze wird die sichere Durchführung der Behandlung problematisch – nicht wegen der Drohne, sondern wegen der Abdrift der Flüssigkeit und ungleichmäßiger Abdeckung. Frühe Morgenstunden (Ruhe, keine Thermik) sind die optimale Arbeitszeit. Bei starkem Wind planen Sie eine Pause oder arbeiten Sie mit reduzierter Geschwindigkeit.

5. Gelände und Hindernisse

LiDAR und das Penta-Vision-System des T100 bewältigen schräges Gelände bis zu 90° und umgehen automatisch Hindernisse bei Geschwindigkeiten bis zu 13,8 m/s. In stark hügeligem Gelände oder mit einem dichten Netz von Stromleitungen sinkt die Fluggeschwindigkeit automatisch – was sich direkt auf die Effizienz auswirkt. Investieren Sie Zeit in die genaue Kartierung des Feldes vor der Kampagne: Der T100 kann 20 ha in einem Flug kartieren (ohne Ladung).

T100 vs. T50 – wie viel gewinnen Sie wirklich?

Wenn Sie mit dem T50 arbeiten und sich fragen, ob sich ein Umstieg lohnt, sind die Zahlen eindeutig. Der T50 erreicht etwa 6 ha/h bei einer Ausbringmenge von 30 L/ha und einem 40-L-Tank. Der T100 mit denselben Parametern – 10–12 ha/h. Auf einer 1000-ha-Farm bedeutet dies:

DJI AGRAS T50 DJI AGRAS T100
Tank 40 L 100 L
Ha/h (Dosis 30 L/ha) ~6 ha/h ~12 ha/h
Tage für 1000 ha (8h/Tag) ~21 Tage ~11 Tage
Zeitersparnis ~10 Tage weniger

In der Landwirtschaft entscheidet die Präzision des agrotechnischen Fensters über die Erträge. 10 Tage Unterschied bei einer Fungizidbehandlung von Weizen können einen realen Ertragsunterschied bedeuten.

Für wen macht der T100 wirtschaftlich Sinn?

Ehrliche Warnung Der T100 ist eine große Investition. Die Amortisation hängt hauptsächlich vom Umfang der Operation ab. Unter 500 ha pro Jahr sollte man eine kleinere Plattform oder die Beauftragung eines externen Dienstleisters in Betracht ziehen.

Der T100 ist eine begründete Wahl, wenn Sie mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Sie bieten Agrarflugdienste an – hohe Effizienz führt direkt zu einer größeren Anzahl von Kunden pro Tag und Einnahmen pro Drohne
  • Sie verwalten einen Betrieb von über 500 ha – bei dieser Größenordnung ist die Behandlungszeit entscheidend und die Abschreibung der Geräte schneller
  • Sie benötigen Vielseitigkeit – eine Drohne zum Sprühen, Düngerstreuen und Materialtransport ersetzt mehrere Maschinen
  • Sie arbeiten in Obstgärten und Sonderkulturen – optionale Nebeldüsen ermöglichen präzise Behandlungen an schwer zugänglichen Stellen

Zusammenfassung – was ist von diesem Artikel mitzunehmen?

Der DJI AGRAS T100 leistet real 80–100 ha pro Tag unter typisch polnischen Bedingungen und bei einer Ausbringmenge von 30 L/ha. Bei niedrigeren Ausbringmengen oder großen, regelmäßigen Feldern steigt die Effizienz auf 120–150 ha pro Tag. Der Schlüssel zur Maximierung der Effizienz sind drei Elemente: ausreichend Akkus im Wechsel, große Felder und optimale Wetterbedingungen.

Dies ist keine Drohne für jeden – aber für Betreiber und Betriebe, die in großem Maßstab arbeiten, ist der T100 einfach eine andere Gerätekategorie. Wo der T50 eine Woche braucht, erledigt der T100 die Arbeit in der Hälfte der Zeit.

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